Wie lernst du richtig Pop Piano spielen?

Wie lernst du richtig Pop Piano spielen? Diese Frage beschäftigt mich immer wieder! Ich bemerke häufig bei Schülern, Workshops oder auch bei Feedbacks hier auf Piano-Revolution, dass es ein großer Unterschied ist, ob du den Lerninhalt eines Videos zwar verstehst und nachvollziehen kannst, oder ob du ihn dann auch praktisch am Klavier umsetzen kannst.

Bzw. du kannst den einen Trick, den einen Lick nachspielen, aber es wird dir letztlich nichts bringen, wenn du ihn nicht in dein normales Klavierspiel integrieren kannst.

Kommt dir diese Situation bekannt vor?

Wie lernst du nun also „richtig“ Poppiano spielen? Gibt es den besonderen Trick, den einen Weg? Vermutlich nicht. Viele Wege führen hier nach Rom. Aber einige Prinzipien können dir dabei helfen.
Ich erzähle dir mal, wie es bei mir war: Ich habe mit 5 Jahren mit klassischem Klavierunterricht begonnen, aber das tägliche Üben war nicht so wirklich mein Ding. Ich kam damals auch eher langsam voran und meine Mum musste mich mehr ans Klavier zerren, als dass ich freiwillig gespielt hätte.

Die Kehrtwende kam, als uns drei Jahre später an Silvester Freunde meiner Eltern besuchten und mir der ein paar Jahre ältere Sohn einige Griffe auf der Gitarre zeigte. Das war meine persönliche musikalische Initialzündung!

Mit den vier Akkorden konnte ich sofort einige Songs spielen und mit dem passenden Rhythmus dazu klang es gleich super! Auch wenn ich kein großer Gitarrist wurde, waren diese paar Gitarrenakkorde doch für mich der eigentliche Startschuss meiner musikalischen Reise.

Kurz danach begann ich nämlich die Akkorde aufs Klavier zu übertragen. Dazu habe ich einfach Ton für Ton verglichen, bis ich die Griffe am Piano hatte. Warum ich das gemacht habe, weiß ich gar nicht mehr. Intrinsische Motivation wahrscheinlich;)

Und ab dann war ich nicht mehr vom Klavier wegzukriegen. Auf Klassik hatte ich zwar nach wie vor noch keine Lust, aber das war ganz egal – ich hatte ja das freie Klavierspiel nach Akkorden für mich entdeckt!

 

Jetzt fragst du dich bestimmt, warum ich dir das alles erzähle. Wenn du zwischen den Zeilen gelesen hast, sind die bestimmt schon zwei wichtige Schlüssel aufgefallen: Begeisterung und intrinsische Motivation. Was war zuerst da? Das ist wohl wie die berühmte Henne – Ei – Frage. Und eigentlich auch ganz egal. Gehört beides irgendwie untrennbar zusammen.

Tatsächlich war und ist Klavierspielen für mich wie eine Entdeckungsreise. Die Neugierde treibt mich immer weiter.

Dazu ist ganz wichtig, dass du verstehst, dass viele Tools, die ich nutze, sich ständig wiederholen. Vielleicht in leicht abgewandelter Form, aber herunter gebrochen letztlich immer wieder gleich. Sprich du brauchst gar nicht 1000 verschiedene Akkorde, Licks und Tricks kennen, um kreativ und abwechslungsreich Poppiano spielen zu können! Du musst es nur schaffen, die Tools, die du bereits zur Verfügung hast, in verschiedenem Kontext kreativ anzuwenden.

 

Mir hat vor allem Ausprobieren geholfen. Wenn du dich immer wieder traust Neues auszuprobieren und deine Komfortzone (also alles Bekannte) zu verlassen, wirst du ganz automatisch auf neue Variationen, Verbindungen und Sounds stoßen

Dabei ist wichtig, dass du keine Angst vor Fehlern hast! Ich habe vermutlich das Meiste durch Fehler gelernt. Weil schließlich wusste ich dann schon mal, was NICHT gut klingt. ;) Im Ernst, wenn du ein Gefühl bekommen willst, welche Akkorde wann gut passen, welche Rhythmen wie gut funktionieren und wann du am besten welches Lick anwendest, führt (leider) kein Weg am Fehler machen vorbei! Ein Kind lernt deshalb laufen, weil es hunderte Male hingefallen ist. Und: du wirst nie lernen keine Fehler mehr zu machen, stattdessen solltest du trainieren, wie du am besten mit Fehlern bzw. Verspielern umgehst. Kleiner Trick dazu: neben jedem falschen Ton liegt direkt wieder ein Richtiger! Probiers mal aus!

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