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Selbstmotivation – Dranbleiben – Ausdauer – Ziele

Als wir vor kurzem mit Wincent Weiss auf einer Charity-Veranstaltung von Dirk Nowitzki gespielt haben, stand abends keine wilde Aftershow Party auf dem Programm – um mal ein paar Musiker-Klischees auszuräumen ;). Stattdessen hab ich mir im Hotelzimmer spontan seinen Dokumentarfilm „Der perfekte Wurf“ angesehen. Mein Fazit: Ein krasser Kämpfertyp! Irgendwann in dem Film sagt er, nur 10-20% seien Talent und Glück, der ganze Rest harte Arbeit. Erfolg würde niemandem in den Schoß gelegt.

Albert Einstein formulierte es noch drastischer: „Genie ist 1% Talent und 99% harte Arbeit“. Und auch der Volksmund weiß Bescheid: Da heißt es „Von nichts kommt nichts“. Oder auch „ohne Fleiß kein Preis“.

Dass alles im Leben mit „Dranbleiben“ zu tun hat, ist uns allen (zumindest in der Theorie) bewusst. Aber dranbleiben geht Hand in Hand mit Selbstdisziplin. Und deshalb die Frage: Wie schaffe ich es, mich immer wieder neu dazu zu motivieren?

Ich habe kürzlich mal darüber nachgedacht, wie das bei mir früher so war und heute ist: Musik war irgendwie schon immer meine große Leidenschaft. Als Kind wollte ich Toningenieur werden, nachdem ich als Erstklässler im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg stand – ich fand einfach all die Knöpfe und Drehregler ultra faszinierend, mit denen man so einen tollen Sound machen konnte. Irgendwann danach hab ich dann beschlossen, dass selber Musik machen doch noch spannender ist und so stand spätestens mit 15 mein Berufswunsch fest: Ich werde Pianist & Keyboarder. Sprich: Ein guter Musiker zu werden war immer ein brennender Wunsch in mir! Soll nicht heißen, dass ich immer der Fleißigste beim Üben war ;). Aber der Wille, die Begeisterung & Faszination waren permanent vorhanden! Musik ist für mich einfach das Interessanteste und Spannendste der Welt.

Ich habe schon immer viel Musik gehört und dabei besonders auf den Pianisten / Keyboarder geachtet. Was spielt er / sie genau und wie kann ich das nachmachen? Ich erinnere mich noch an so manchen verzweifelten „Raushör-Versuch“, bei dem es mir es einfach nicht gelingen wollte, zu entschlüsseln, was ich da genau hörte. Aber das wurde mit der Zeit immer besser. Dranbleiben hieß die Devise.

Mein ständiges Hauptziel: Es sollte grooven! Ich wollte immer selbst beim Spielen das Gefühl haben, sprichwörtlich „rhythmisch ansteckend“ zu spielen. Das fand ich schon als Zehnjähriger bei anderen Keyboardern immer total geil.

Lerne deine Lieblingssongs am Klavier zu spielen

Man kann also nicht sagen, ich hatte DAS eine Ziel. Es waren eher immer so Teilziele, die ich probiert habe, jedes Mal wieder neu zu knacken. Eine neue Akkordverbindung, ein neuer Groove, mehr Speed und Präzision bei irgendwelchen Läufen, ein besseres Solo über einen Song spielen. Oder als Keyboarder den Sound xy möglichst detailgetreu nachprogrammieren.

Es hat mich nie groß Überwindung gekostet, mich ans Klavier zu setzen. Das war meine Standardentspannung nach der Schule. Heimkommen, Mittag essen und dann ne Runde ans Piano. Da hab ich dann gar nicht groß gezielt geübt, sondern einfach gespielt. Was ausprobiert, verändert und Spaß gehabt. Außerdem habe ich regelmäßig weiterbringende Impulse durch Lehrer und Freunde bekommen. Heutzutage gibt’s diese Tricks ja glücklicherweise für alle zugänglich in Tutorialform ;).

 

Klassik habe ich gezielter geübt. Da wusste ich auch meistens genau, was ich üben muss. Nämlich die Passagen im Stück, die ich nicht konnte. Aber auf Klassiküben hatte ich nie so viel Bock wie auf Poppiano :). Drum bin ich auch nicht klassischer Pianist geworden.

Viel Klassik geübt habe ich vor allem vor irgendwelchen Vorspielen oder Jugend-musiziert-Wettbewerben. Und das tat immer gut. Also mal zeitlich deutlich intensiver als sonst an einer Sache dranbleiben. Damit kommst du nämlich viel schneller viel weiter, als wenn du nur 1x die Woche (meistens kurz vor der nächsten Klavierstunde, wer kennt es nicht? ;)) eine Gewaltaktion hinlegst und bis zur nächsten Woche die Hälfte wieder vergessen hast. Darüber hab ich ja mal vor ein paar Wochen in meinem Blogpost „The Power of Repetition“ geschrieben.

 

Heute mit vollem Terminkalender komme ich leider tatsächlich weniger zum „einfach so Klavierüben“ wie früher. Da geht es oft mehr um neue Songs lernen, Arrangements checken, Sounds programmieren. Nichtsdestotrotz ist der Wunsch, immer weiter zu kommen, nach wie vor da. Aber das kennst du vielleicht von deinem eigenen Beruf: je mehr du dich in einem Thema auskennst, umso mehr weißt du auch, was du alles nicht weißt und wie hoch der Himmel hängt. Das ist auch immer wieder mal äußerst frustrierend und niederschmetternd. Während meines Jazzpiano-Studiums gab es z.B. öfters Momente, wo ich mir dachte, ich sollte es einfach lassen… Aber diese Selbstzweifel kennt wohl auch jeder Musiker.

Trotzdem liegt die Entscheidung, wie du damit umgehst, immer bei dir: Stell dir vor, du hörst jemanden spielen, sei es in einem Konzert oder auf Aufnahme. Jetzt hast du genau zwei Möglichkeiten: Entweder du denkst dir frustriert: „Das schaff ich doch nie“. Oder, Nummer zwei: Du wählst den Weg, der dich pusht, inspiriert, anspornt und sagst – krass, das will ich auch können!

 

Die meisten unter euch haben wahrscheinlich nicht das Ziel Berufsmusiker zu werden, aber du willst in irgendeiner Form weiterkommen, sonst hättest du dir diesen Blog gar nicht bis hierhin durchgelesen.

Daher überlege dir doch mal in einer ruhigen Minute, warum du weiterkommen willst und was deine Ziele sind. Weltbester Pianist aller Zeiten zu werden ist vermutlich etwas hochgegriffen, aber es könnte z.B. sein, deine Lieblingssongs in Zukunft selbst raushören und spielen zu können. Oder beim nächsten Geburtstag / Weihnachten mit der Family Lieder schön frei zu begleiten, so dass alle mitsingen können.

Dann schreib dir genau diese Ziele auf! Man vergisst sie leicht im Alltagsstress und im Nachhinein ist man unzufrieden, nicht, weil man etwas nicht erreicht hat, sondern weil man vergessen hat, was genau man erreichen wollte. Ziellos erreicht man genau dieses Ziel – nämlich „nichts“.

 

Und dann – bleib dran! Nichts geht von heut auf morgen. Ich höre immer wieder: „Bei dir sieht das alles so leicht aus – wenn ich das probiere, klingt das nicht so.“. Das ist die Kunst dahinter: Etwas Simples trotzdem gut klingen zu lassen. Das kommt aber erst mit der Zeit.

Drum: Egal, ob du gerade erst bei deinen ersten Gehversuchen im Bereich Poppiano bist oder das Ganze schon eine Weile machst: Gib nicht auf, bleib dran! Vieles braucht seine Zeit und nach einer Weile klappt es dann, ganz plötzlich, wenn du es am wenigsten erwartest. Ein Kind, das laufen lernen möchte, gibt nie auf, egal wie oft es hinfällt! Suche dir Vorbilder. Höre dir Musik an, die dich kickt und inspiriert. Geh auf Konzerte. Schau dir Tutorials an und probiere es sofort am Klavier aus. Und das Allerwichtigste: Bleib begeistert!



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Wie lernst du richtig Pop Piano spielen?

Wie lernst du richtig Pop Piano spielen? Diese Frage beschäftigt mich immer wieder! Ich bemerke häufig bei Schülern, Workshops oder auch bei Feedbacks hier auf Piano-Revolution, dass es ein großer Unterschied ist, ob du den Lerninhalt eines Videos zwar verstehst und nachvollziehen kannst, oder ob du ihn dann auch praktisch am Klavier umsetzen kannst.

Bzw. du kannst den einen Trick, den einen Lick nachspielen, aber es wird dir letztlich nichts bringen, wenn du ihn nicht in dein normales Klavierspiel integrieren kannst.

Kommt dir diese Situation bekannt vor?

Wie lernst du nun also „richtig“ Poppiano spielen? Gibt es den besonderen Trick, den einen Weg? Vermutlich nicht. Viele Wege führen hier nach Rom. Aber einige Prinzipien können dir dabei helfen.
Ich erzähle dir mal, wie es bei mir war: Ich habe mit 5 Jahren mit klassischem Klavierunterricht begonnen, aber das tägliche Üben war nicht so wirklich mein Ding. Ich kam damals auch eher langsam voran und meine Mum musste mich mehr ans Klavier zerren, als dass ich freiwillig gespielt hätte.

Die Kehrtwende kam, als uns drei Jahre später an Silvester Freunde meiner Eltern besuchten und mir der ein paar Jahre ältere Sohn einige Griffe auf der Gitarre zeigte. Das war meine persönliche musikalische Initialzündung!

Mit den vier Akkorden konnte ich sofort einige Songs spielen und mit dem passenden Rhythmus dazu klang es gleich super! Auch wenn ich kein großer Gitarrist wurde, waren diese paar Gitarrenakkorde doch für mich der eigentliche Startschuss meiner musikalischen Reise.

Kurz danach begann ich nämlich die Akkorde aufs Klavier zu übertragen. Dazu habe ich einfach Ton für Ton verglichen, bis ich die Griffe am Piano hatte. Warum ich das gemacht habe, weiß ich gar nicht mehr. Intrinsische Motivation wahrscheinlich;)

Und ab dann war ich nicht mehr vom Klavier wegzukriegen. Auf Klassik hatte ich zwar nach wie vor noch keine Lust, aber das war ganz egal – ich hatte ja das freie Klavierspiel nach Akkorden für mich entdeckt!

Lerne deine Lieblingssongs am Klavier zu spielen

Jetzt fragst du dich bestimmt, warum ich dir das alles erzähle. Wenn du zwischen den Zeilen gelesen hast, sind die bestimmt schon zwei wichtige Schlüssel aufgefallen: Begeisterung und intrinsische Motivation. Was war zuerst da? Das ist wohl wie die berühmte Henne – Ei – Frage. Und eigentlich auch ganz egal. Gehört beides irgendwie untrennbar zusammen.

Tatsächlich war und ist Klavierspielen für mich wie eine Entdeckungsreise. Die Neugierde treibt mich immer weiter.

Dazu ist ganz wichtig, dass du verstehst, dass viele Tools, die ich nutze, sich ständig wiederholen. Vielleicht in leicht abgewandelter Form, aber herunter gebrochen letztlich immer wieder gleich. Sprich du brauchst gar nicht 1000 verschiedene Akkorde, Licks und Tricks kennen, um kreativ und abwechslungsreich Poppiano spielen zu können! Du musst es nur schaffen, die Tools, die du bereits zur Verfügung hast, in verschiedenem Kontext kreativ anzuwenden.

 

Mir hat vor allem Ausprobieren geholfen. Wenn du dich immer wieder traust Neues auszuprobieren und deine Komfortzone (also alles Bekannte) zu verlassen, wirst du ganz automatisch auf neue Variationen, Verbindungen und Sounds stoßen

Dabei ist wichtig, dass du keine Angst vor Fehlern hast! Ich habe vermutlich das Meiste durch Fehler gelernt. Weil schließlich wusste ich dann schon mal, was NICHT gut klingt. ;) Im Ernst, wenn du ein Gefühl bekommen willst, welche Akkorde wann gut passen, welche Rhythmen wie gut funktionieren und wann du am besten welches Lick anwendest, führt (leider) kein Weg am Fehler machen vorbei! Ein Kind lernt deshalb laufen, weil es hunderte Male hingefallen ist. Und: du wirst nie lernen keine Fehler mehr zu machen, stattdessen solltest du trainieren, wie du am besten mit Fehlern bzw. Verspielern umgehst. Kleiner Trick dazu: neben jedem falschen Ton liegt direkt wieder ein Richtiger! Probiers mal aus!

 



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